Schriesheim - ASV
6. Kampftag 03.10.2007
2. Bundesliga: KSV Schriesheim - ASV Tuttlingen 25:17
Bezirksklasse: AB Wurmlingen - ASV Tuttlingen II 23:9
ASV hält dem Kampfrichter nicht stand und verliert
Die Tuttlinger mussten am Tag der Deutschen Einheit mit zwei Handicaps nach Schriesheim fahren. Zum einen fehlte der rot gesperrte Michael Wernz und zum anderen musste auch der etatmäßige und bisher noch ungeschlagenen Manuel Fehrenbach kurzfristig, krankheitsbedingt absagen. Die Vorzeichen sprachen also nicht unbedingt für die Tuttlinger. Dennoch sah man die Aussichten vor dem Kampf nicht ganz so schlecht und erhoffte sich insgeheim doch einen Sieg. Für Fehrenbach sprang Zbigniew Nowak ein, allerdings musste er dies gegen einen fast übermächtigen Gegner tun. Zweifel gab es bei den Verantwortlichen, ob Diksu oder Lupu ins Freistil Leichtgewicht aufrücken sollte. Man entschied sich schlussendlich für Lupu, was sich aber nicht als ideal herausstellen sollte.
Der Schreiber ist eigentlich kein Freund von Schuldzuweisungen, doch was sich der Kampfrichter heuer alles erlaubte war "unterste Schublade", und letztendlich Kampfentscheidend gegen Tuttlingen
Im Fliegengewicht war der Tuttlinger Dario Bruno ohne Chance gegen Kerim Ferchichi, dem deutschen Junioremeister aus dem Jahr 2001. Diese nutze seine ganze Erfahrung aus und gewann so vorzeitig. Dennoch enttäuschte Bruno nicht.
Im Schwergewicht traf Marcin Letki auf seinen polnischen Landsmann Sebastian Czerwinski. Letki kommt von Kampftag zu Kampftag immer besser in Form. Dies ließ er seinen Kontrahenten dann auch deutlich spüren. Mit einer "Griffaktion aus dem Nichts" überraschte er den Schriesheimer in Runde eins und gewann diese dann auch deutlich. Auch in Runde zwei war er stets der Aktivere und gewann. Nur einmal ließ er sich von seinem starken Gegner überrumpeln und musste dadurch prompt diese Runde abgeben. Dann aber besann er sich wieder ganz auf seine Stärke und holte so diesem Kampf mit 3:1 für sich nach Hause.
Baris Diksu gegen Enis Ferchichi hieß die Paarung im Federgewicht. Hier erwarteten die Tuttlinger eigentlich einen deutlichen Sieg, doch machten Sie hier die bekannte Rechnung ohne den Wirt. Einfach nicht genug abgeklärt, ließ er sich heuer zu sehr auf den Kampfstil seines Gegners ein. Zu Gute halten muss man ihm aber, dass hier auch der Kampfrichter Lotz nicht immer eine glückliche Figur abgab, was aber nichts mit seinem Äußeren zu tun hatte.
Im Halbschwergewicht traf Tomasz Szczerek auf den Bundesliga erfahrenen Sven Lay. Hier gab es einen Kampf auf Biegen und Brechen. In Runde eins ließ er sich noch zu sehr auf den Ringstil seinen Gegners ein und verlor so. Dann jedoch rang er mehr Freistil und ließ dadurch seinem Kontrahenten keine Chance mehr. Der Akku ging dann bei beiden Gegnern gen Null, doch hatte Lay, das Können, das notwendige Quäntchen Glück, aber auch den Kampfrichter auf seiner Seite.
Valentin Lupu musste im ungeliebte Freistil und auch noch eine Gewichtsklasse höher im Leichtgewicht gegen Adam Piela, den polnischen Juniorenmeister aus dem Jahr 2003 antreten. Hier zeigte dann Piela sein ganzes Können, feuerte einen Beinangriff nach dem anderen ab und gewann so durch Technische Überlegenheit. Zur Pause lagen die Tuttlinger somit mit 8:13 im Hintertreffen.
Im gr.-röm. Mittelgewicht traf Bernd King auf Manuel Heinrich. Der Tuttlinger steigerte sich im Vergleich zum letzten Wochenende um hundert Prozent. Immer wieder brachte er durch seinen unbändigen Kampfeswillen seine Aktionen durch. Am Boden war er ebenfalls überlegen. Eine Kampfrunde musste er dank freundlicher Unterstützung des Unparteiischen ?? aber abgeben.
Einen guten Kampf machte Tomasz Kierpiec im gr.-röm. Leichtgewicht gegen den starken Peter Höreth. Der Tuttlinger war stets der aktivere Athlet und ließ eigentlich nie Zweifel aufkommen, wer diesen Fight für sich entscheiden sollte. Er führte bereits mit 2:0 nach Runden. So wartete man gespannt, auf die Kampfrichterentscheidungen beim Stand von 0:2 im Standkampf. Zweimal wurde nun in Folge für Schreisheim der vermeintliche Vorteil gegeben, worüber selbst einige Schriesheimer Experten schmunzeln mussten. Mit diesen Geschenken gewann der Tuttlinger lediglich mit 3:2 nach Runden.
Für den erkrankten Manuel Fehrenbach stellte sich Zbigniew Nowak in den Dienst der Mannschaft und rückte ins Mittelgewicht auf und das noch gegen den in diesem Jahr noch ungeschlagenen aktuellen bulgarischen Nationalringer Stefan Bonev. Gegen diesen Modelathleten hielt er zwar anfangs gut dagegen, doch reichte es am Ende leider nicht, die technische Überlegenheit des Schriesheimers zu verhindern.
Ryszard Lesniewski traf im Freistil Weltergewicht auf den 5. der diesjährigen Junioreneuropameisterschaften Christian Maier. Wie noch im Halbschlaf ließ er sich in Runde eins überrumpeln und verlor diese deutlich mit 0:6 Punkten. Erst danach besann er sich dann auf seine Stärke und ließ dem sehr talentierten Nachwuchsringer nicht mehr zur Entfaltung kommen und gewann alle drei folgende Runden.
Im abschließenden gr.-röm. Weltergewicht traf Florin Rusu auf Sebastian Jöck. Der Tuttlinger musste beim Stand von 17:21 für Schriesheim alles in die Wagschale werfen. Runde eins legte er dann auch los wie die Feuerwehr und gewann mit 8:2 Punkten, wobei er eine Verwarnung zugesprochen kam, wie aus heiterem Himmel. Doch das war noch nicht der Höhepunkt einer sehr schwachen Kampfrichterleistung. Er zauberte noch zwei Verwarnungen aus dem Ärmel und erklärte somit den Schriesheimer zum Sieger.
Über die Leistung des Kampfrichters Christian Lotz. Waldaschaff hüllt man am besten den Mantel des Schweigens (rs).
KSV Schriesheim ASV Tuttlingen
Freistil | Kerim Ferchichi | Bruno Dario | 4:0 | SS 7:0 7:0 3:0 | 01:46 | |
Gr.-röm. | Enis Ferchichi | Boris Diksu | 1:3 | PS 0:5 5:0 3:4 0:4 | 08:01 | |
Freistil | Adam Piela | Valentin Lupu | 4:0 | SS 8:1 6:0 3:0 | 03:08 | |
Gr.-röm. | Peter Höreth | Tomasz Kierpies | 2:3 | PS 0:2 1:1 1:1 4:0 1:1 | 10:00 | |
Freistil | Christian Maier | Ryszard Lesniewski | 1:3 | PS 6:0 0:2 0:4 0:1 | 06:44 | |
Gr.-röm. | Sebastian Jöck | Florian Rusu | 4:0 | DQ 2:8 4:2 | 03:53 | |
Freistil | Stefan Bonev | Zbigniew Nowak | 4:0 | TÜ 4:0 6:0 6:0 | 04:05 | |
Gr.-röm. | Manuel Heinrich | Bernd King | 1:3 | PS 0:4 0:3 2:1 1:1 | 08:00 | |
Freistil | Sven Lay | Tomasz Szezerek | 3:2 | PS 3:0 2:4 0:1 4:4 5:1 | 10:01 | |
Gr.-röm. | Sebastian Czerwinski | Marcin Letki | 1:3 | PS 3:3 1:3 2:1 1:1 | 08:05 |
